Limburg a. d. Lahn

Einen ausführlichen, sehr gut gemachten Reiseführer für Limburger und Besucher der Stadt gibt es im Buchhandel und vielen Geschäften in Limburg. Er heißt "Limburg entdecken!" und ist auch direkt beim Autor erhältlich.


Informationen für Besucher

Kunstsammlungen der Stadt Limburg
Am Fischmarkt 21/22

Domschatz
(im Diözesanmuseum) Domstraße,
dienstags bis samstags 10.00 - 13.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr,
Sonn- und Feiertag 11.00 - 17.00 Uhr. Montag geschlossen
vom 16. 11. - 14. 3. Nur nach vorheriger Vereinbarung.
Tel. (0 64 31) 29 53 27

Missionsmuseum der Pallottiner
Wiesbadener Straße 1
8.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 18.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
Tel. (0 64 31) 40 11

Marinemuseum Limburg "Katzenturm a. d. Lahn"
geöffnet jeden 1. u. 3. Sonntag im Monat
Führungen nach Vereinbarung
Geschlossen vom 1. 11. - 30. 4.
Tel. (0 64 31) 7 16 81


Altstadtführungen und Domführungen

Altstadtführungen sind ganzjährig auf Bestellung möglich.

Die Touristinfo Limburg bietet interessante Themen-Führungen (auch in Englisch und Französisch) durch die Altstadt an.

Anmeldung:
Touristinfo Limburg
Bahnhofsplatz 2
65549 Limburg a. d. Lahn
Telefon: +49(0)6431 - 6166 + 203222
FAX: +49(0)6431 - 3293

Mehr Infos zu den Führungen können Sie hier nachlesen.



Domführungen sind ganzjährig auf Bestellung möglich, Dauer ca. 45 Minuten. Maximale Teilnehmerzahl 50 Personen, pauschal € 20. Gruppen bis 10 Personen und Schulklassen pauschal € 15

Anmeldung: Domführungen
Domplatz
65549 Limburg a. d. Lahn
Telefon: 0 64 31/29 53 32
FAX: 0 64 31/29 53 32
Raum: A 413


Limburg

Das Wahrzeichen von Limburg Nur wenigen Städten blieb, wie Limburg, das gesamte Ensemble mittelalterlicher Bebauung nahezu unversehrt erhalten. Deshalb steht heute der ehemals ummauerte Stadtkern zwischen St. Georg-Dom, Grabenstraße und der 600 Jahre alten Lahnbrücke als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Die Fachwerkbauten mit ihren reichen, oft figürlichen Schnitzereien entstammen dem 13. bis 18. Jahrhundert. Es sind Burgmannenhöfe und Stiftsherrenhäuser, Wohnhäuser wohlhabender Patrizier und zahlreiche Hallenhäuser, die typischen Geschäfts- und Wohnhäuser der Handelsherren. In den letzten Jahren wurde ein großer Teil der historischen Gebäude von Grund auf saniert und einer adäquaten Nutzung zugeführt.

Unter ihnen ist auch eines der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands, der 1296 erbaute Römer 1. Unschätzbare Werte wurden entdeckt und für die späteren Generationen gerettet. Entscheidend aber dafür, dass mit der Sanierung der baulichen Substanz zugleich die Neubelebung städtischen Lebens in seiner vollen Breite gelang, war das persönliche Engagement jedes einzelnen Hauseigentümers und aller Limburger Bürger. In der Altstadt wird heute wieder komfortabel gewohnt, gearbeitet, eingekauft und gemütlich flaniert. Eine vorausschauende Planung hatte dem Erhaltungsbereich Altstadt eine tragfähige Funktion zugeordnet und ihn damit erst auf Dauer lebensfähig und wirtschaftlich gesund werden lassen.

Der Höhepunkt unter den Häusern der Altstadt ist zweifelsfrei der Römer 2-4-6. Ein gotisches Hallenhaus dessen älteste Teile aus dem Jahr 1289 stammen. Der Römer 2-4-6 ist damit das zurzeit älteste Gebäude in der Limburger Altstadt.

Im Jahr 1989 wurde das Gebäude nach einer völligen Restaurierung wieder eröffnet. Im Garten der Anlage fand man eine Mikwe, ein jüdisches Kultbad.

Heute beherbergt das Haus unter anderem das Deutsche Zentrum für Chormusik.

Das historische Limburg lag an der alten Handelsstraße von Köln nach Frankfurt. Hier in der Altstadt war auch die schmalste Stelle der Strecke. Am heutigen Haus Kleine Rütsche 4.

Das Wahrzeichen von LimburgDie Breite der Stelle ist am Heumarkt in Köln angeschrieben.

Die großen Versorgungs- und Verwaltungseinrichtungen, deren eine moderne Stadt bedarf, wurden in unmittelbarer Nachbarschaft der Altstadt angesiedelt. So ergänzen sich altes und neues Zentrum gegenseitig und bilden heute gemeinsam das pulsierende Herz dieser traditionsbewussten und so modernen Stadt.

Alle diese geplanten und behutsam durchgeführten Sanierungsmaßnahmen führten dazu, dass Limburg im Bundeswettbewerb "Stadtgestalt und Denkmalpflege" 1978 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

Geschichte erleben auf Schritt und Tritt

Tauchen Sie ein in den Strom der Zeit. In Limburg. Lebendiges Mittelalter in einer modernen Stadt.

Die Alte LahnbrückeBeginnen wir mit der alten Brücke. In früherer Zeit diente hier eine Furt dem Übergang über die Lahn, ab Mitte des 12. Jahrhunderts eine erste Holzbrücke. Sie verdankte ihren Bau den Predigten eines Priesters, der als Gottfried Clamator (der Rufer) oder Gottfried von Beselich bekannt ist.

1315 wird nach den Limburger Annalen mit dem Bau einer steinernen Brücke begonnen, der heutigen alten Lahnbrücke.

1341 rügt der König, Ludwig der Bayer, die Stadt, weil sie ohne seine Genehmigung einen Brückenzoll erhoben hat. Erst 1357 gewährt Kaiser Karl IV. der Stadt das Zollrecht an der Brücke. Mehr als ein halbes Jahrtausend ist dieser Zoll für Limburg eine erhebliche, lange Zeit sogar die größte Einnahmequelle überhaupt.

Auch mittelbar war die Brücke wesentlich an dem Reichtum der Stadt und ihrer Bürger beteiligt. Über sie führten fast alle wichtigen Straßen der Region und die Fernstraße Antwerpen - Byzanz. So blühte der Handel, wie die vielen Hallenhäuser der Altstadt bezeugen. Diese Hallenhäuser waren so angelegt, dass ein Pferdewagen darin Platz fand und von der Galerie aus beladen oder entladen werden konnte.

Heute sind einige der historischen Hallenhäuser sorgfältig restauriert. Sie werden als Werkstätten, Ladenlokal oder auch als Wohnraum genutzt.

Die Alte LahnbrückeDoch wenden wir nun unseren Blick von der alten Lahnbrücke dem alles beherrschenden Fels des Burgberges zu. Die erste urkundliche Erwähnung der Lintpurc stammt aus dem Jahr 910. Die Burg muß jedoch wesentlich älter gewesen sein und damals das gesamte Plateau des Felsens eingenommen haben.

Sie reicht möglicherweise bis in merowingische Zeit zurück und war Sitz der Grafen des Niederlahngaues, im 10. Jahrhundert dann der Konradiner. Jener Konrad, der nach der Chronik des Ekkehard IV. von St. Gallen den Beinamen Kurzbold führte, begründete das St. Georgs-Stift, zu dem auch eine Kirche auf dem Platz des heutigen Domes gehörte. Nach der Urkunde von 910 schenkt König Ludwig das Kind dem Grafen Konrad den Fronhof Brechen und berechtigt ihn, mit diesem Eigentum die Kirche zu bewidmen, die er gerade erbaut. Konrad Kurzbold spielte durch seinen Sieg bei Andernach 939 über zwei der Hauptfeinde des späteren Königs Otto I. auch eine bedeutende Rolle in der Reichsgeschichte. Er wurde 940 von Otto dem Großen mit einer zweiten Schenkung an das Stift belohnt, 942 stellt der König die Kirche unter seinen Schutz.

Schon frühzeitig hatte sich im Schatten der Burg eine Siedlung gebildet. Sie lag wahrscheinlich am östlichen Fuße des Burgberges. Der Kern der heutigen Altstadt entwickelte sich jedoch erst im 11. Jahrhundert auf der Westseite direkt vor dem Tor der Stiftsfreiheit und unter dem Schutz des reichen und mächtigen Stifts. Hier ließen sich freie Kaufleute nieder und es entstand ein bedeutender Straßenmarkt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts erfolgt erstmals der Bau einer Mauer um diese kleine städtische Siedlung, die schon bald Münz- und Maßrechte und Anfang des 13. Jahrhunderts Stadtrechte erhielt.

Bahnhof Limburg-Süd - ICE-Anschluss für LimburgDie Verpfändung der Stadt 1344, Pest und Feuer, vor allem aber der Aufstieg der Territorialfürsten führten zum allmählichen Niedergang der Stadt, die 1624 an das Kurfürstentum Trier überging.

Erst im 19. Jahrhundert kommt es zum Wiederaufstieg: 1827 wird Limburg Bischofsresidenz, ab 1862 zum Knotenpunkt wichtiger Eisenbahnstrecken, 1886 Kreisstadt. Heute hat Limburg seine alte Zentralfunktion zurückerlangt. Dabei ist es gelungen, den neuen Glanz harmonisch mit dem Charakter und der Atmosphäre des intakten mittelalterlichen Stadtkerns zu verbinden.

Limburg im Strom der Zeit ist heute 1000 Jahre jung.

Ein Meisterwerk rheinischer Spätromanik

Der Limburger Dom, Innen

Wahrscheinlich ließ Graf Heinrich von Nassau den heutigen Dom ab 1206 auf dem Platz der älteren Stiftskirche erbauen. Er wurde als Stifts- und Pfarrkirche St. Georg und St. Nikolaus 1235 durch den Trierer Erzbischof geweiht, war jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz vollendet. Im Jahre der Weihe erfolgte auch die Grundsteinlegung der Marburger Elisabethkirche, der zweiten "großen" Kirche im Lahngebiet, die bereits ganz in den Formen der frühen Gotik erbaut wurde. Der Limburger St. Georg-Dom dagegen ist noch ganz der späten rheinischen Romanik verhaftet. Doppelturmfassade, Langhausemporen, Zwerggalerie, Rautendächer der Türme gehören zum alten rheinischen Formengut. Besonders in dem Reichtum der Außenarchitektur spiegelt sich das Selbstbewusstsein spätstaufischer Zeit wider.

Durch Planänderung während des Baus, wahrscheinlich durch einen Wechsel des Baumeisters hervorgerufen, kamen neue Anregungen von den nordfranzösischen, frühgotischen Bauten (Nyon, Laon, Tournai) hinzu, so die symbolische Siebenzahl der Türme, die Strebebogenkonstruktion, der Chorumgang und der viergeschossige Wandaufriss. Bis 1280 sind die wichtigsten Bauabschnitte des Doms beendet. In den folgenden Jahrhunderten werden kaum Veränderungen vorgenommen, und seit seiner Außenrenovierung (1969 bis 1973) erstrahlt er wieder in der Farbfassung des Mittelalters.

Die jüngste Innenrestaurierung des Doms von 1975 bis 1991 geriet zur kunsthistorischen Sensation. Sie förderte in mehrjähriger diffiziler Kleinarbeit in Teilbereichen farbenfrohe romanische Fresken der Original-Raumfassung aus dem 13. Jahrhundert zutage. Damit besitzt Limburg einen Kunstschatz, der in Europa einmalig ist.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit für die DVD über den Dom finden Sie hier.

Kleinodien überall in der Stadt

Einmalig, wie die mittelalterlichen Fresken des St. Georg-Doms, ist auch der Domschatz. Die 14 sakralen Kunstwerke von hohem historischen Wert ziehen Jahr für Jahr tausende interessierter Besucher und Kenner an. Sie stammen größtenteils aus kurtrierischem Besitz, zum Teil aber auch aus dem ursprünglichen Besitz der alten Stiftskirche.

Staurothek im Diözesanmuseum Besonders hervorzuheben ist das Kreuzreliquiar, die sogenannte Staurothek. Sie ist eine byzantinische Arbeit aus der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts, wurde 1204 durch Kreuzfahrer aus Konstantinopel mitgebracht und 1208 von Ritter Heinrich von Ulmen dem Kloster Stuben an der Mosel geschenkt. Die Kreuzpartikel sind in einem Doppelkreuz eingelegt, das in Gold mit Edelsteinen gefasst ist und nach einer Inschrift auf der Rückseite spätestens 963 gearbeitet wurde. Das Doppelkreuz wird in einer Lade aufbewahrt, die aus Holz besteht, das mit vergoldetem Silberblech umkleidet ist. Die Emaillearbeiten stellen Christus, Maria und Johannes und die zwölf Apostel dar. Die sind von unvergleichlicher Feinheit in Zeichnung, Farbe und Technik.

Als weitere Prunkstücke des Domschatzes sind zu nennen: das Petri-Stab-Reliquiar, das 988 in Trier gefertigt worden ist, ein romanisches Bleireliquiar aus dem Hauptalter der alten Stiftskirche, Messkelche und Patente aus dem 13. Jahrhundert, silberne Buchdeckel aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, ein Abtsstab aus dem 15. Jahrhundert und der Barockschatz aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Besuchenswert ist die St. Anna-Kirche, die mit dem östlichen Chorfenster über hervorragende Glasmalereien aus dem 3. Viertel des 14. Jahrhunderts mit achtzehn Szenen aus dem neuen Testament verfügt.

Im Übrigen aber stößt man beim Durchstreifen der Altstadt immer wieder auf hervorragende künstlerische und handwerkliche Arbeiten, bauliche Details, wie die Balkenköpfe am Haus der sieben Laster in der Brückengasse 9 oder den geschwungenen Treppenaufgang im Walderdorffer Hof. Auf der Homepage des "Hauses der sieben Laster" finden Sie viele weitere Infos über die Geschichte der Stadt Limburg und des berühmten "Haus der sieben Laster". Seit kurzem beherbergt dieses Haus auch ein sehenswertes Museum mit sakraler Kunst.