Arbeitskreis Ste. Foy-lès-Lyon/F


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Französischer Abend Chansons, Käse und Wein

20.11.2017
Von NADJA QUIREIN
Der französische Abend des Städtepartnerschaftsvereins schreibt weiter an seiner Erfolgsgeschichte. Die Gäste waren begeistert - und glücklich, noch einen der begehrten Plätze ergattert zu haben.

Alles in Blau, Weiß und Rot: Noémi Schröder et Les Ricochets schufen beim Beaujoulais-Abend typisch französische Atmosphäre. Limburg.

Käse, Wein und Chanson-Musik - das Konzept des französischen Abends, ausgerichtet vom Arbeitskreis Ste. Foy des Limburger Städtepartnerschaftsvereins, ist seit Jahren unverändert. Denn: Genauso lieben es die Gäste. Auch das Datum der Veranstaltung ist keine Überraschung, sondern wird vom "Stargast" des Abends vorgegeben: vom Beaujolais primeur, dem jungen Wein, der immer vom dritten Donnerstag im November an zum Verkauf steht.

Ein besonderer Wein
"Es ist ein ganz besonderer Wein", erklärt Vereins-Mitglied Maria-Luise Kirchberg. Ein junger Wein nämlich, der noch im Jahr seiner Ernte angeboten wird. Sie kann sich noch gut an die Anfänge des französischen Abends erinnern, als dieser noch in einem Keller in der Altstadt stattfand und die Musik vom Band kam. Musik, Käse und Wein gab es aber auch damals schon. Seither ist die Veranstaltung immer größer und beliebter geworden - ein fester Termin für alle Frankreich-Freunde in Limburg und Umgebung. Und so strömten Mitglieder, Stammgäste und Freunde des Vereins wieder zahlreich ins Kolpinghaus. Bereits zum elften Mal fand die Veranstaltung im Kolpinghaus statt.

"Der Abend ist ein Selbstläufer", freut sich Doris Huber, Vorsitzende des Arbeitskreises Ste. Foy-lès-Lyon. Sie ist seit Jahren unter anderem mit der Musikauswahl betraut. Jedes Jahr lädt sie eine andere Band ein, die sich Musik in französischer Sprache widmet und so auch musikalisch Frankreich nach Limburg holt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Werner Bendel zeigte sich, dass Doris Huber auch in diesem Jahr ins Schwarze getroffen hatte. Die Gruppe Noémi Schröder et Les Ricochets vermochte es sofort, das Publikum mit Interpretationen französischer Klassiker in ihren Bann zu ziehen. Sängerin Noémi Schröder und die Musiker Guido Allgaier (Gitarre), Vincenzo Carduccio (Akkordeon) und Olaf Buttler (E-Bass) zauberten eine wundervolle Stimmung ins Kolpinghaus.

Musik mit Humor
Die Sängerin bewies Humor, bezog das Publikum ein und gab auf unterhaltsame Weise Informationen zu den Stücken. Auch die männlichen Bandmitglieder an Gitarre, Akkordeon und E-Bass überzeugten mit ihrem Können und ihrer sympathischen Art. Sie ließen die Instrumente mal miteinander spielen, mal konkurrieren oder im Alleingang glänzen. Bravorufe und Applaus waren ihnen sicher. Ein gelungener Abend, freute sich Stammgast Gudrun Hesselmann. Den Termin desfranzösischen Abends wird sie auch 2018 wieder im Kalender notieren.



Alles in Blau, Weiß und Rot: Noémi Schröder et Les Ricochets
schufen beim Beaujoulais-Abend typisch französische Atmosphäre


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Erfolgreicher Beaujoulais-Abend des AK Ste. Foy-lès-Lyon




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Bekenntnis zur Partnerschaft
Limburg a.d. Lahn - Ste. Foy-lès-Lyon - Lichfield

Es war sportlich und festlich, informativ, anerkennend, partnerschaftlich und schließlich auch zukunftsweisend. Ste. Foy war der Ort, an dem sich Menschen aus Limburg, dem englischen Lichfield und eben auch aus Ste. Foy zusammenfanden. Es galt Partnerschaften zu würdigen und zu feiern, die seit 50 Jahren (zwischen Ste. Foy und Limburg) und seit 25 Jahren (da kam Lichfield noch hinzu) bestehen. Seit Jahrzehnten schaffen die Städtepartnerschaften Verbindungen über Grenzen, führen zu Freundschaften und vermitteln andere Perspektiven.

Es galt also etwas zu feiern in Ste. Foy. Und die Gastgeber zeigten sich gut vorbereitet, warteten mit Zeremonien und Feiern auf, hatten Freizeit- und Besichtigungsprogramme zusammengestellt, einen Freundschaftsabend organisiert, luden zu sportlichen Vergleichen an der Tischtennisplatte und auf dem Hockeyplatz ein und nahmen zahlreiche Gäste in Familien auf. Bürgermeister Dr. Marius Hahn, der zusammen mit dem Ersten Stadtrat Michael Stanke sowie Werner Bendel, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, die Delegation aus Limburg anführte, setzte ein klares Zeichen für den Fortbestand der Partnerschaft. Er sprach die Einladung zu dem nächsten großen Treffen in Limburg aus, das im September 2020 stattfinden soll.

Die Tage in Ste. Foy wertet Michael Stanke als "klares Bekenntnis zur Partnerschaft zwischen allen drei Städten." Im Vorfeld durchaus vorhandene Bedenken, es könne möglicherweise nicht weitergehen, zerstreuten sich. Aus allen Delegationen gab es klare Signale. Die zurückliegenden Jahre wurden gewürdigt, Ideen für die Zukunft entworfen beziehungsweise in Ansätzen schon umgesetzt.

Astrid Siegel, in der Limburger Stadtverwaltung Ansprechpartnerin und Koordinatorin für alle Partnerschaftsangelegenheiten, zeigte sich von der lockeren und gastfreundlichen Atmosphäre sehr angetan. Und der Freundschaftsabend mit rund 400 Teilnehmern sei "einfach toll gewesen". Ein sehr ansprechendes Unterhaltungsprogramm, viele Gespräche mit Franzosen und Engländern und dazu eine exzellente französische Küche. "Es war schön, die alten Freunde wiederzutreffen", sagt Doris Huber, die im Partnerschaftsverein den Arbeitskreis Ste. Foy leitet. Als besonders beeindruckend für sie bleibt der Gottesdienst in Erinnerung, wegen seiner besonderen Atmosphäre und weil sich das Partnerschaftstreffen auch einem breiteren Publikum öffnete.

Vor dem festlichen Freundschaftsabend gab es am Morgen durch die Europaabgeordnete Francoise Grossetete und Denis Reynaud, Ehrendekan der Philosophischen Fakultät Lyon, Einblicke in das seit 30 Jahren existierende Austauschprogramm Erasmus. Während es sich in der Vergangenheit vor allem auf den Austausch von Studierenden konzentrierte, wird es in Zukunft vermehrt darum gehen, auch einen Austausch von Auszubildenden zu ermöglichen.

Im Rahmen des Festabends, an dem natürlich die Limburger Delegation mit Vertretern der Feuerwehr, vielen Mitgliedern des Partnerschaftsvereins, Aktiven des TTC Offheim und des LHC teilnahm, würdigte Bürgermeister Hahn die Leistung, aus ehemaligen Feinden Freunde werden zu lassen. "Franzosen, Engländer und Deutsche haben ihre Wohnungen, Häuser und vor allem ihre Herzen geöffnet. Aus anfänglichen Vorbehalten, Unsicherheiten oder gar Ängsten sind schnell Neugierde und Offenheit im Umgang entstanden", sagte er.

Und es gebe auch außerhalb der alle drei Jahre stattfindenden großen Treffen Zeichen der Partnerschaft. In diesem Jahr habe ein junger Student aus Ste. Foy sein Praktikum in Limburg absolviert, eine Delegation der Feuerwehr aus Ste. Foy sei zu Besuch beim Jubiläum in Limburg gewesen und die Lichtillumination des Lichfielder Künstlers Peter Walker am Limburger Dom und der Auftritt der Cathedral Choristers stehen noch aus.

Nach Einschätzung von Véronique Sarselli, Bürgermeisterin von Ste. Foy, hat es die Partnerschaft geschafft, sich stets weiterzuentwickeln. Zeugnisse dafür seien der ständige Austausch zwischen der Kreismusikschule Limburg und der Musik- und Tanzakademie in Ste. Foy oder auch die Kontakte auf der Ebene des Sports. Eine Konstante in der Partnerschaft sind natürlich auch die Feuerwehren. Die Bürgermeisterin machte aber auch deutlich, dass es gilt, über die Partnerschaft nachzudenken, wie sie gepflegt und zukunftsfähig gemacht werden kann.

Die weitere Entwicklung war auch Thema im Rahmen eines Arbeitsgesprächs, an dem die Spitzen der Stadt sowie der Partnerschaftsvereine beziehungsweise die beauftragten Verwaltungsmitarbeiter teilnahmen. Ob Treffen in der Größenordnung mit Delegationen von 70 und mehr Personen noch machbar und sinnvoll sind, wurde ebenso angesprochen wie das Ziel, die Jugend und die Heranwachsenden vermehrt zu gewinnen. Das kann nach Einschätzung von Astrid Siegel nur gelingen, wenn sich die Schulen in allen drei Städten stärker engagieren. Einige Ansätze dazu sind bereits vorhanden.

Zu dem Treffen gehörte auch ein Gottesdienst, der nicht nur ökumenisch gefeiert, sondern auch in drei Sprachen abgehalten wurde. Das traf auch auf die Lieder zu, wobei die eingeblendeten Texte das Mitsingen erleichterte. Und wenn das "Vater unser" gleichzeitig in drei verschiedenen Sprachen gebetet wird, dann ist das auch schon ein besonderes Erlebnis.
(Johannes Laubach)

 

Was die französische Presse zu diesem Festabend schreibt, können Sie hier und hier nachlesen.

 










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Praktikum in Limburg

Arthur Céna aus Limburgs französischer Partnerstadt Ste.-Foy-lès-Lyon absolvierte ein vierwöchiges Praktikum in der Domstadt.




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Limburg - Ste. Foy-lès-Lyon

Deutliche Zeichen einer lebendigen deutsch-französischen Städtepartnerschaft sind die regelmäßig stattfindenden Begegnungen von Gruppen aus Ste. Foy-lès-Lyon und Limburg,die neue Kontakte ermöglichen und alte Freundschaften vertiefen. Mit einer gemeinsamen städtebaulichen Exkursion nach Hamburg wurde jetzt das vor einigen Jahren von den französischen Freunden angeregte Städtebesichtigungsprogramm fortgesetzt. Nach interessanten gemeinsamen Besichtigungen von Berlin und Marseille stand die Hansestadt Hamburg auf dem Programm. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Bettina Oppermann von der Universität Hannover, einer ehemaligen Tilemannschülerin, wurde die Stadt Hamburg von den begeisterten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Limburg und Ste. Foy-lès-Lyon unter städtebaulichen und landschaftsplanerischen Aspekten erkundet. Nicht nur eher bekannte Ziele wie der Jungfernstieg, die neue Elbphilharmonie, die Speicherstadt, St. Pauli und der gigantische Hamburger Hafen standen dabei auf der Agenda, sondern auch der beliebte Stadtpark Winterhude, die Barlachausstellung im Jenischpark, der Ohlsdorfer Parkfriedhof und Blankenese mit Süllberg, Treppenviertel und Elbstrand. Für besondere Begeisterung sorgten der Ausblick auf die Stadt vom 132 Meter hohen Turm der Petrikirche und das spektakuläre Wasserlichtkonzert "Pomp and Circumstance" im Park Planten und Bloomen.

Für Doris Huber, Vorsitzende des Arbeitskreises Ste. Foy im Limburger Städtepartnerschaftsverein und Verantwortliche für die Organisation der Reise, war die Begegnung in Hamburg wieder ein gelungenes Beispiel für eine gut funktionierende Partnerschaft mit Ste. Foy.
Marlis Zimmermann




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"Vive la Provence"
Literarisch-musikalische Spritztour

Limburg. "Vive la Provence", unter diesem Motto entführten Nicole und Herbert Frenken und der Musiker Søren Thies das begeisterte Publikum bei einer musikalisch-literarischen Spritztour in den Süden Frankreichs. Eingeladen in die Domäne Blumenrod, die dazu mit dem Backsteingewölbe des ehemaligen Kuhstalls und dem mediterranen Büffet das passende Ambiente bot, hatte der Limburger Verein für Städtepartnerschaften unter Leitung der Vorsitzenden des Arbeitskreises Ste. Foy Doris Huber.

Nach der musikalischen Einstimmung durch die Klänge des Akkordeons, dem Søren Thies gefühlvoll den "Valse à la fin d'été", den Walzer zum Ende des Sommers, entlockte, stellte Nicole Frenken gleich zu Beginn klar: "Frankreich ist nicht Südfrankreich und es gibt nicht nur die eine Provence". Und so ging es an diesem überaus stimmungsvollen Abend denn auch um die tausend Gesichter, die tausend Eigenschaften der Provence und um ein "subjektives Bild ohne den Anspruch auf Vollständigkeit und ohne die Abwesenheit von Klischees". Die von dem Limburger Ehepaar Nicole und Herbert Frenken sehr gekonnt und mit Charme, Begeisterung und mitunter augenzwinkernd vorgelesenen Texte brachten den Süden Frankreichs so bildlich, facettenreich und liebenswert vor das Auge der Zuhörer, dass bei so manchem die Sehnsucht aufkam nach einer Reise in diese an Sonne, Olivenbäumen, Lavendel, Sonnenblumen, Zypressen und Rosmarin reiche Landschaft. Nicole Frenken: "Hier, wo die Sonne am höchsten steht, überschreitet man die Butter-Olivenöl-Grenze, lässt die Kälte und Schwere des Nordens hinter sich und niemand ist davor gefeit, sich in diese Landschaft, in der alle Reichtümer dieser Erde vereint sind, zu verlieben." Sehr gelungen war die Auswahl an unterschiedlichsten Zitaten, die den Süden Frankreichs, seine köstlichen Weine und seine so besonderen Menschen anschaulich darstellten. Hier sei die Lebenshaltung: "Ruhe bewahren, abwarten und Pastis trinken" oder "abwarten und noch eine Runde Pétanque spielen", schwärmte die Limburgerin. Zu Wort kamen auch Joseph Roth (Im Bistro nach Mitternacht), Erika und Klaus Mann mit ihrem schon 1931 erschienenen und 2013 neu veröffentlichten "Buch von der Riviera", Frédéric Mistral (Der Mistral), Alain-Xavier Wurst (Zur Sache Chérie) und Lawrence Durrell (In der Provence). Und neben der großartigen landschaftlichen Idylle ging es in den vorgetragenen Geschichten natürlich auch um die angenehmen, aber mitunter auch skurilen Eigenschaften der Südfranzosen, um ihre Sprache und ihre gestenreiche Kommunikation. Herbert Frenken zitierte Peter Mayle (Die Melonen des Monsieur Dumas) über die typischen Begrüßungsküsschen "Bises et bisous", die nicht nur einmal pro Wange sondern am besten gleich zweimal plaziert werden: "Kommunikation ohne Körperkontakt ist für Provencalen wie aioli ohne Knoblauch." Und Kurt Tucholsky schrieb: "Den Deutschen muss man verstehen um ihn zu lieben, den Franzosen muss man lieben um ihn zu verstehen." Eine gesellige gesprächige Spezies seien die Menschen in der Provence, betonte Nicole Frenken und vermittelte mit großartiger Mimik und Gestik zur großen Freude des Publikums die typische Ergänzung der Sprache mit spezifischem Achselzucken, bedeutungsreich erhobenem Zeigefinger bis hin zum aussagekräftigen Handwedeln passend zu dem von Herbert Frenken präsentierten Beitrag "Gebärdensprache" von Peter Mayle. Um die Erfahrungen und Leiden eines jungen amerikanischen Austauschschülers in einer vornehmen südfranzösischen Familie ging es bei dem amüsanten Text "Chez Rampillons" von Abe Opincar aus dem Buch "Am Abend, als ich meine Frau verließ, briet ich ein Huhn".

Zwischen den Texten genossen die Zuhörer das virtuose Akkordeonspiel und den eindrucksvollen Gesang des in Hamburg geborenen Musikers Søren Thies, der seit einigen Jahren in Offheim wohnt und mit seinen melodischen Walzerklängen und stimmungsvollen französischen Chansons das Publikum begeisterte. So sang und spielte er unter anderem das Lied "La mauvaise réputation" (Der schlechte Ruf) über den Mann, der am großen französischen Nationalfeiertag, dem 14.Juli, einfach nicht mitfeierte oder ebenfalls von Georges Brassens das witzige "La cane de Jeanne" über eine verstorbene Ente, die noch schnell ein Ei legte und mit ihren Federn postmortem Gutes tat. Aber natürlich präsentierte er zum Thema Südfrankreich auch wunderbare Chansons über die Liebe und das Glück wie "La Chansonette", "Jeanette" oder "Ta p'tite flamme" und das bekannte "Accordéon". Ohne Zugabe durfte Thies die Bühne nicht verlassen und so erklang zum Abschied das in den 30er Jahren durch die Comedian Harmonists bekannt gewordene "Gib mir den letzten Abschiedskuss", bei dem es am Schluss heißt: "Ich freu mich auf ein Wiedersehn, auf Wiedersehn, leb wohl." Und dieses Wiedersehen in Form einer weiteren literarisch-musikalischen Reise nach Frankreich mit den drei Akteuren Nicole und Herbert Frenken und Søren Thies versprach Doris Huber gerne zum Abschied dem begeisterten Publikum.
(Marlis Zimmermann)




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Traditionelles Dreikönigsfest des AK Ste. Foy am 6.1.2017